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Welpenfrüherziehung

Welpe vs. Familie

Ihr neuer Hausgenosse wird so im Alter von acht, neun oder auch zehn  Wochen bei Ihnen einziehen. Gehen Sie davon aus, dass er sich sich dazu nicht freiwillig von seinem Familienverband getrennt hat. Insofern wird er sich auch über sein neues Zuhause erst einmal nicht so richtig freuen können. Die Phase der Prägung auf seine Eltern, seiner Geschwister und auf Menschen  dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen sein. Das mag zwar von Hund zu Hund etwas verschieden sein, zieht sich aber höchstens etwas in die Länge als das sie frühzeitiger endet.

Erziehung eines Egoisten

Für Ihn beginnt nun die Sozialisierungsphase in der er langsam beginnt seine Umwelt zu entdecken. Bis zu deren Ende, so um die zwölfte Woche herum, haben Sie somit nur gute vier, vielleicht fünf Wochen Zeit die Aufgabe der Hundeeltern erfolgreich weiter zu führen. Auch wenn Ihr Welpe, dieses tollpatschige Wesen noch so süß ist und Sie mit seinen treuen Augen unschuldig anschaut……..es ist Ihre Aufgabe ihn liebevoll aber konsequent zu erziehen und ihm dabei auch seine Grenzen aufzuzeigen. Was Sie da zu Hause aufgenommen haben ist nämlich nichts anderes als ein kleiner Rüpel mit Hang zum ausgeprägtem Egoismus der Sozialverhalten bis jetzt nur mit Nehmen und nicht mit Geben in Verbindung gebracht hat. Da er nicht menschlich sondern hündisch denkt, heißt seine Devise in erster Linie „i, my and myself“. Sie hätten ihn auch „Ichling“ taufen können. Wenn man es jetzt versäumt, ihm in dieser Lernphase die richtige Etikette im Umgang mit Menschen und Hunden zu vermitteln, wird das ein Leben lang sein Wesen beeinflussen wenn nicht sogar bestimmen.

Lernen vs. Welpenpielgruppe

Da er ja keine Möglichkeit mehr hat mit seinen Wurfgeschwistern zu spielen, mit und von ihnen zu lernen, sind Sie es, der ihm den sozialen Umgang mit anderen Hunden beizubringen hat. Das heißt aber nicht dass Sie ihn dazu in irgendeine  x-beliebige Welpenspielgruppe stecken sollen nur weil diese am Ort gerade angeboten wird. Die nächsten Wochen sind für seine Sozialisierung so außerordentlich wichtig, dass Sie auf den Besuch einer schlecht geführten Schule lieber verzichten sollten. Eine einmal erfolgte Fehlprägung gegenüber Artgenossen lässt sich nur sehr schwer und langwierig mit positiven Lernerfolgen wieder überdecken.

Was bitte soll ihr Hund lernen, wenn er mit Welpen verschiedenster Coleur, Altersstufen und Größen gemeinsam auf eingezäunten Plätzen „spielen“ darf. Ich kann es Ihnen sagen: Er lernt nichts. Das stimmt natürlich so nicht ganz weil immer etwas gelernt wird. Auch wenn es nur etwas Negatives ist. Sein ganzes zukünftiges soziales Verhalten anderen Hunden und auch Ihnen gegenüber wird auf diesem Platz bestimmt. Hier lernt er, dass man den einen Hunden nicht trauen kann weil diese, da größer und stärker, ihn aggressiv unterdrücken oder dass man anderen Hunden gerne mal ein Lektion erteilen darf nur weil diese sich das gefallen lassen. Gleichzeitig lernt er aber auch, dass von Frauchen oder Herrchen keine große Unterstützung kommt, weil die nur am Rande stehend sich über das lustige Treiben amüsieren. Eine Bindung zu den  Besitzern findet dabei leider nicht statt. Sie können sich dafür sicher sein, dass Ihr Hund dieses durch Erfahrung erlernte Verhalten auch außerhalb des Hundeplatzes zeigen und anwenden wird. Was Sie Ihrem Welpen hier an Erfahrung angedeihen lassen wird ihn ein Leben lang prägen. Sollte diese negativ sein, ändert auch ein evtl. anschließend  angebotener weiterführender Erziehungskurs nichts mehr weil der Ort, und meistens auch die Menschen und die Hunde die von Ihrem Hund vorher schon alles andere als positiv belegt wurden die selben bleiben.

Also suchen Sie sich bitte eine Hundeschule in der Ihr Hund im Vordergrund und Sie im dem Mittelpunkt des Lernens stehen. Ihr seid ja auch zu zweit dahin gegangen, dann könnt ihr auch zu zweit an eurer Beziehung arbeiten.

So ab der 13. Lebenswoche beginnt die Phase der Rangordnung.  Die erste kleine hat Ihr Welpe schon mit seinen Wurfgeschwistern ausgefochten. Hier zählte aber nur das Recht des Stärkeren beim Kampf um das begehrte Futterangebot der Mutter oder dem des Züchters. Er lernte dabei schon ganz unbewusst seine Ressourcen mehr oder weniger erfolgreich zu verteidigen. Nun kommt aber ein ganz neuer Faktor in´s Spiel. Nämlich der Faktor Intelligenz. Es zeigt sich eindeutig bei in freier Wildbahn lebenden Hundeartigen, dass nicht immer der stärkere oder der aggressivste der Chef wird, sondern derjenige, der es versteht seinen Verband sicher, erfolgreich und vor allem risikoarm (konfliktfrei) zu führen. Und genau diese Eigenschaft müssen Sie Ihrem Hund unter Beweis stellen damit er Sie respektiert und Ihnen folgt. Der natürliche Folgetrieb Ihres Welpen spielt Ihnen dazu gute Karten in die Hände. Erwarten Sie von ihm nicht dass er sich unterwirft sondern dass er ihnen aufgrund Ihrer väterlichen Treue und Fürsorge folgt und ihre Autorität anerkennt. Die dauerhafte Rang- bzw. Einordnung sollte ausschließlich zwischen Ihnen, Ihrer Familie und Ihrem Hund stattfinden. Evtl. noch zwischen einem anderen bereits im Verband lebenden Hund. Sie wird aber niemals zwischen fremden und zusammengewürfelten Hundemeuten die sich nur hie und da und zudem noch in wechselnder Besetzung begegnen stattfinden. Eine Welpengruppe muss daher immer  gemeinsam das Lernen der Rangordnungsphase durchlaufen können. Zwischen dem fünften und dem sechsten Lebensmonat wird sich ihr Liebling schon artbedingt dadurch hervortun dass er sich jetzt gerne und weit von Ihnen entfernt. Die Erkundung der Umgebung gehört genau so wie der gerade erwachende Jagdtrieb zum Lernen dazu.  Es ist für den Aufbau seines Selbstbewusstseins sehr wichtig. Nutzen Sie das aus, spielen Sie mit und zeigen ihm die große Welt.

Wenn Ihr Welpe dann so zwischen dem 6.ten und 7.ten Monat seine letzten Milchzähne verloren hat, es werden wohl seine Backenzähne sein, dürfen Sie ihn als Junghund bezeichnen. Damit beginnt ein weiterer wichtiger Lebensabschnitt. Es beginnt die Pupertät. Dazu mehr auf der Seite „Mein Junghund“

Tipp

Besuchen Sie Hundeschulen inkognito und ohne Ihren Hund. Hören Sie zu was um Sie herum gesprochen wird und schauen Sie sich vorher die Trainer und den Umgang mit deren eigenen Hunden an. Das können Sie am besten tun wenn diese nicht mit der Erziehung von Welpen beschäftigt sind. Der für Sie zuständige Trainer sollte Ihnen den Sinn aller Übungen die er euch beiden abverlangt auch logisch und nachvollziehbar erklären können. Sie sollten nicht das Gefühl haben dass er nur seiner Feierabendbeschäftigung nachgeht.